Zur Einführung sprach Angelika Roosen, Bergisch Gladbach.

Ausstellung vom Angezogen von der Lichtflut der Farben: Franz Goebel im MMIII Farbe über Farbe – einen Farb-“Prospekt“ spezifischer Natur zeigt der Düsseldorfer Künstler Franz Goebel derzeit im Mönchengladbacher Kunstverein MMIII. Spezifisch auch die gestalterische Technik: Über dünne Aluminiumbleche lässt Franz Goebel vielzählige (fünf bis 30) Schichten stark verdünnter Acrylfarbe fließen, meist denselben Farbton wiederholend oder in leichten Nuancen ergänzend. Pigmente überlagern sich. Es kommt zur Intensivierung der Farbe. Doch wo eine monochrom verdichtete Farbfläche vermutet wird, entwickelt sich entgegen aller Erwartung ein lichter Farbraum. Raum für Imagination, auch Raum der Ruhe.

Goebel beschreibt es als „sanfte Form der energetischen Äußerung. Wie ein tiefes Einatmen oder Luftanhalten, wenn man etwas Besonderem gegenüber tritt.“ Für diese Wirkung wählt er verhaltene, warme Farbtöne aus, vermag aber ebenso den Signalfarben, wie einem frischen Rot, jene losgelöste Eigenart zu entlocken. Die Farben – Rot, Gelb, Grün, Blau, Grau – wiederholen sich, sind aber nie gleich. Durch den willkürlichen Fluss, die unterschiedliche Haftung changieren die Farbschichten. Eine beruhigende Strahlkraft scheint sich von innen freizusetzen.

1954 in Aachen geboren erhielt Franz Goebel im Anschluss an sein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie 1980 ein Stipendium in New York. Die Farbe begleitete ihn stets. Anfangs auf wenige Töne konzentriert, hat sich die Farbpalette, das nuancenreiche Spektrum zunehmend erweitert: „Mir wurden immer mehr Farben in ihrem Potential deutlich, so auch in ihrem energetischen Potential.“ Seine Farbräume sollen dem Betrachter nicht „entgegenspringen“, sich nicht aufdrängen. Vielmehr wünscht Goebel es sich umgekehrt: Näherung des Betrachters, angezogen von der Lichtflut der Farben.

Franz Goebel arbeitet mit unterschiedlichen Formaten. Auch im Großformat gelingt es ihm, die Farbe im Raum zu halten, sie drängt sich auch hier nicht auf. Goebels Anspruch ist klar formuliert: „Wenn es mir gelingt, dem Farbraum innere Spannung zu geben, dann bin ich froh.“

Artikel aus der Rheinischen Post vom 15.09.2004
(Dr. Barbara Maiburg)

Zur Ausstellung erschien eine Edition. Franz Goebel, 1954 in Eschweiler geboren, lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Wir bedanken uns für die Förderung

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Dank an den Kulturausschuss der Stadt Mönchengladbach für Ausstellungsförderung 2020.

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