Zum Hauptinhalt springen

Aufführung:

Samstag, den
24. Januar 2026 um 19.30 Uhr

Auf dem Weg zu einem Bewerbungsgespräch im Kunstpalast in Düsseldorf begab sich die Künstlerin Laura Heyer auf einen kleinen Umweg durch die Düsseldorfer Altstadt und da geschah es: Eine Taube war gerade munter auf dem Weg in eine Seitengasse, als sie von einem weißen Transporter überfahren wird. Ein ohrenbetäubender Knall, der Brustkorb der Taube geplatzt. Nichts passiert. Niemanden interessiert’s.

Ein weiteres Ereignis: Die Künstlerin saß abends betrunken auf einer Schaukel auf einem Spielplatz irgendwo in einem Wohngebiet in Mönchengladbach. Sie stürzte in einen tiefen Monolog, aus dem urplötzlich ein Dialog wurde mit etwas, das man in solch einem fragwürdigen Zustand nicht anders nennen kann als “Gott!?”. Darauf folgten ein absurdes Gedankenspiel und die folgenden Worte auf einem Blatt Papier: “Gott ist ein Trinker! Ein nasser Klumpen am Tresen des Lebens. Ein schwitzendes Herz. Voll und überdrüssig.”

Was aus diesen zwei Ereignissen entstand, ist das multimediale Spektakel und die von Ratten und Tauben angeführte Glaubensgemeinschaft “Dreiklang der Gosse”.

Gemeinsam mit Lichtkünstler „Additive“ aka Henry Skibbe, Musiker und Soundkünstler Axel Pulgar aus Buenos Aires und Künstler Johannes Post ist ein genredurchbrechendes Stück entstanden, das auf absurde und teils unverschämte Art und Weise mit der menschlichen Existenz und ihren Ausuferungen abrechnet. „Die Dinge auf die Spitze treiben“ ist dabei nicht nur Stilmittel, sondern gewählte Methodik.

Die Kostüme wurden von Katja Stegemann-Jungbluth entworfen und realisiert. Das Grundgerüst der Protagonisten wurde von Axel Heyer konzipiert und umgesetzt.

Auf beinahe kindische Art und Weise wird ein Rahmen geschaffen, in dem Eskalation nicht ausgeschlossen ist. Unter dem Motto „Mal schauen, was passiert“ ist es wie für Heyers Arbeiten üblich eigentlich unmöglich, sich in die anonyme Bequemlichkeit des Zuschauens zurückzulehnen. Das Publikum wird zu Zeug*innen und von da aus entwickelt es seine Form zu etwas Unvorhersehbaren. Künstler*innen, Publikum und Raum verschmelzen genauso wie Realität und Fiktion.

Das Stück setzt sich spielerisch mit Protestkultur & Ressourcenverteilung auseinander, , versucht den Prozess der persönlichen Radikalisierung nachzuvollziehen und thematisiert das Verlangen nach Spiritualität in einer zunehmend materialisierten und kapitalistischen Welt. Es beleuchtet die Realität und Bedeutung Ausgestoßener und Vertriebener. Dabei wird hinterfragt, ab wann ein Mensch ein Mensch, ab wann ein Tier ein Tier und ab wann ein Gott ein Gott ist. Die Machtlosen entscheiden darüber, wie Macht verteilt wird. Das Ende möglicherweise unvorhersehbar. Aktivist*innen und Weltverbessernde werden auf die Probe gestellt.

Wo werden persönliche Grenzen gesetzt? Wo wird Verantwortung übernommen? Wo beginnt und wo endet Aktivismus? Und was ist, wenn die Diskrepanz zwischen unterschiedlichen Lebensverhältnissen, zwischen Utopie und Dystopie möglicherweise niemals überwunden werden kann?

Der Dreiklang der Gosse sticht in die Wunde einer ganzen Generation. Nämlich derer, die diesen gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Herausforderungen nicht mehr entkomme können.

Was ist die gottverdammte Konsequenz?
Die Aufführungen finden am 22.11. im Kunstverein MMIII in Mönchengladbach und am 28. Und 29.11. in den Räumen des Kunstvereins 35 Blumen e.V. in Krefeld statt.

Am 24.01.2026 findet noch eine weitere Veranstaltung im Kunstverein MMIII statt.

Gefördert wurde das Projekt über den Diversitätsfonds vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft und vom Kulturbüro Mönchengladbach.

Die Ausstellung wird gefördert vom


Jahresprogramm 2026

14.03. bis 19.04.2026: Ausstellung MG+ Josephine Garbe, Kurator Jonas Habrich

Eröffnung: Samstag, den 14. März 2026 um 18 Uhr
„White Room“ Talk-Event und Finissage: Sonntag, den 19. April von 11 bis 14 Uhr

Josephine Garbe, geb. 1991 in Berlin, studierte von 2014-18 an der HBK Braunschweig bei Thomas Rentmeister und Björn Dahlem und von 2018-20 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Franka Hörnschemeyer. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Ihre Arbeiten sind multimediale Auseinandersetzungen mit der eigenen Identität und den gegenseitigen Wechselbeziehungen zwischen Individuum und Gesellschaft, Körper und Raum, Innen und Außen. Sie beschreibt innere Bilder, die sich in einer Spannung zwischen persönlicher und kollektiver Gegenwart befinden. Es sind Beobachtungen von Körper und Körperlichkeit, Eigen- und Fremdwahrnehmung, sowie sozialen und inneren Gefügen. Die einzelnen, multimedialen Arbeiten, Zeichnungen, Videos und skulpturale Arrangements verbinden sich im Raum zu einem temporären Ganzen.
www.josephinegarbe.com

Josephine Garbe und Jonas Habrich haben schon 2017, damals noch als Studenten der HBK Braunschweig, im MMIII Kunstverein beeindruckende Installationen realisiert. Ihre Entwicklung haben wir kontinuierlich verfolgt und haben uns jetzt zu einer Einzelpräsentation von Josephine Garbe entschieden, die von Jonas Habrich kuratorisch begleitet wird.

Jonas Habrich, geb. 1992 in Mönchengladbach, studierte von 2013-18 an der HBK Braunschweig bei Thomas Rentmeister und 2018-20 an der Akademie in Wien bei Monica Bonvicini. Er lebt und arbeitet in Berlin und Mönchengladbach.
www.jonashabrich.com

09.05. bis 07.06.2026: Ausstellung Andreas von Ow, Kurator: David Semper

Eröffnung: Samstag, den 9. Mai 2026 um 18 Uhr
„White Room“ Talk-Event: Samstag, den 30. Mai 2026 um 18 Uhr
Finissage: Sonntag, den 07. Juni 2026 von 11 bis 14 Uhr

Andreas von Ow, geb. 1981 in Freiburg, studierte von 2006-12 an der Akademie in Karlsruhe bei AK Schulze, Günter Umberg, Reiner Splitt und Tatjana Doll. Er lebt und arbeitet in Berlin und Düsseldorf.
www.andreasvonow.com

David Semper, geb. 1980 in Wuppertal, studierte von 2005-07 in Stuttgart und von 2007-11 an der Akademie in Karlsruhe bei Leni Hoffmann. Er lebt und arbeitet in Neuss. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit ist er aktiv als Kurator und seit 2024 Vorstands-Mitglied des MMIII Kunstverein MG e.V.
www.davidsemper.com

Auf Einladung von David Semper wird Andreas von Ow für die Räume des MMIII speziell eine Installation mit Arbeiten schaffen, die im Kunstverein und seiner Umgebung ihren Ursprung haben können: der Künstler erforscht dazu seine nähere Umgebung auf der Suche nach interessantem Material und entnimmt ihm Farben, die ihm interessant erscheinen. In aufwendigen Prozessen wird das Material zu Malfarbe verarbeitet und auf dem Erscheinen des Materials zuträglichen Bildträgern verdichtet. Die dabei entstehenden Farbmalereien sind oft Bestandteil derjenigen Farbräume, in denen Andreas von Ow sich lokal aufhält. Sie sind farbtopographische Bestandsaufnahmen und gleichzeitig eigenständig gewordene Malereien mit Farbe und ihrem Material als Bildsubjekt.

Andreas von Ow wird sowohl den Innenraum, als auch den Aussenraum rund um den Kunstverein gleichermassen genauer erkunden. Die Historie der Textilindustrie in Mönchengladbach, das Wissen um ihre Färbetechniken, aber auch die Brachen im Industriegebiet mit ihren Pionierpflanzen sind dabei von besonderem Interesse. Ungesehenes wird sichtbar gemacht, die Möglichkeiten der Malerei werden erweitert…

Es entsteht eine Art poetischer Materialismus: der Herstellungsprozess wird selbst zum Bestandteil und Thema der Wahrnehmung und Malerei sowie zur Reflexion des Umgebung -die Arbeiten ermöglichen so ein „authentisches Sichtbar-Werden“ (Volker Bauermeister).

27.06. bis 06.09.2026: Ausstellung Stefanie Klingemann, Kurator Klaus Schmitt

Eröffnung: Samstag, den 27. Juni 2026 um 18 Uhr
„White Room“ Talk-Event: Samstag, den 11. Juli 2026 um 18Uhr
Finissage: Sonntag, den 06. September 2026 von 11 bis 14 Uhr

Stefanie Klingemann (geb.1977 in Moers), studierte von 1999-2006 an der Kunstakademie Münster (Skulptur im Öffentlichen Raum), davon 2003/4 an der Ecole superieur des Beaux Arts in Genf (CH), sowie im Anschluss 2006 -09 als Postgraduierte an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Sie erhielt eine Vielzahl von Preisen und Stipendien, zB: Kunststiftung NRW, Stiftung Kunstfonds, Villa Massimo Rom, Schloss Ringenberg, LVR-Projektförderung, Schloss Balmoral Bad Ems, Stadt Viersen, Museum IKOB Eupen (BE), DAAD Reisestipendium, etc… und bedeutende Einzelausstellungen: Museum Insel Hombroich Neuss (2024), Skulpturenmuseum Marl (2024), Casa Baldi, Olevano Romano (IT, 2021), Kunstverein Bielefeld (2021), Sta dt.Galerie Viersen (2009), IKOB Museum Eupen (BE, 2007). des Weiteren kann sie auf zahlreiche Gruppenausstellungen, kooperative Projekte und Publikationen verweisen.

Stefanie Klingemann ist „Bildhauerin“, die in einem erweiterten Verständnis multimedial, insbesondere auch als „Performerin“ arbeitet und mit diversen Methoden die ikonographischen Standards unserer Lebenswelt erkundet und durch ihre Aktionen auch an kunstfernen Orten überraschende Erkenntnis-Gewinne erzeugt. Ihre (Selbst)-Inszenierungen zielen darauf ab, Künstlichkeitssysteme zu entlarven und bei allen Beteiligten eine „Verlebendigung“ zu ermöglichen. Ihr Werkbegriff ist fliessend und vollendet sich immer im Miteinander, in der Kooperation und Rezeption. Besonders wichtig ist Stefanie Klingemann die Öffnung ihrer Arbeit aus dem Kunst-Kontext hinaus in den Stadtraum und die gesellschaftlichen Kommunikationsräume.

Im MMIII Kunstverein Mönchengladbach wird sie -basierend auf ihrer Erfahrung im Skulpturen Museum Marl 2024- mit dem Material arbeiten, dass sie hier vorfindet. Besonders interessieren sie dabei Räume und Nischen (zB das Lager), die normalerweise dem Besucher verborgen bleiben. Aber auch die Menschen, die im Verein aktiv mitarbeiten. Es entsteht eine „Möglichkeits- Plattform“, eine kooperative, raumbezogene bildhauerische und performative Arbeit, deren Präsenz im Prozess erfahrbar wird: Ergebnis vollkommen offen!

10.10. bis 15.11. 2026: Ausstellung „Wall of Sound“, Kurator: Lars Wolter

Eröffnung: Samstag, den 10. Oktober 2026 um 19:30 Uhr
Whiteroom Talk-Event und Finissage: Sonntag, den 15. November 2026 von 11 bis 14 Uhr

Die Ausstellung wird eine Gegenüberstellung von zwei flächendeckenden abstrakten Malereien auf den beiden 4x16m großen Wänden des MMIII Kunstvereins sein. Lars Wolter, der selbst konsequent abstrakt arbeitet und schon viele grosse Wandmalereien realisiert hat, lädt als Kurator für diese Gegenüberstellung zwei Künstler ein.
www.larswolter. com

Dieses Ausstellungskonzept verfolgen wir seit 2016 - jeweils im Oktober/November und immer im Rahmen des „Econore Noise Festival“, das jeweils vor den Wandmalereien stattfindet. In den vergangenen Jahre gab es Realisation zB von Zora Kreutzer (Berlin), Christian Bode (Bochum), Sebastian Freytag (Düsseldorf), Vermeulen-Niewendijk (NL), Lydia Wierenga (Groningen)), Jan van der Ploeg (Amsterdam) und Lars Breuer (Köln), sowie auch Lars Wolter (Mönchengladbach).

Für 2026 gibt es eine „Short-List“ von 4-5 Künstler:innen, die angefragt sind - die endgültige Festlegung erfolgt im Frühjahr 2026:
- Cornelia Baltes (Berlin) www.corneliabaltes.com
- Tim Cierpiszewski (Bochum) www.timcie.com
- Eva Berendes (Bonn/Berlin) www.evaberendes.com
- Jasper van der Graaf (Dortrecht NL) www.jaspervandergraaf.nl

07.11.26 ab 19:30 Uhr: Konzert „Econore Noise Festival“, Kurator: Julian Flemming

Die Auswahl der Musiker wird im Frühjahr 2026 bekannt gegeben.

12.12.2026: Sound-Video-Event – Anna Schütten Samstag, den 12. Dezember 2026 ab 18 Uhr

Anna Schütten (geb. 1989 in Köln) studierte von 2012-17 an der Akademie in Karlsruhe bei Leni Hoffmann und 2019-22 an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf. Sie lebt und arbeitet in Köln.
www.annaschuetten.com

Anna Schütten`s Praxis besteht aus interdisziplinären und kooperativen Ansätzen.Sie sucht nach Rhythmen und Bildfolgen im Alltäglichen. In ihren ortsspezifischen Installationen und Performances greift sie die akustischen Eigenschaften der Ausstellungsorte auf und verschiebt den Focus unserer Wahrnehmung auf das Marginale, kaum Hörbare.

Die post-Industrielle Architektur des MMIII Kunstvereins und die nach wie vor rege gewerbliche Nutzung der Nachbar-Hallen im zentrumsnahen Industriegebiet sind für die Künstlerin zum akustischen und visuellen Arbeitsmaterial.

Mit Ton- und Bildaufnahmen transformiert sie die abstrakt wirkenden Patterns der Umgebung zum Ausgangspunkt für ortsspezifische Listening-Sessions.

Cookie-Hinweis

Wir setzen Cookies ein, um die Nutzung unserer Website zu erleichtern und das Laden von Inhalten zu beschleunigen. Wir setzen keine Cookies von Dritten oder Cookies zu Marketingzwecken oder zur Erfassung des Nutzerverhaltens ein.

Sie können selbst entscheiden, ob Sie Cookies zulassen möchten. Die von uns eingesetzten Cookies sind essensziell für den Betrieb der Seite. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionen der Website zur Verfügung stehen und Inhalte fehlen werden.