2018

GEROPLASTIK

Ausstellungsdauer: 26. August bis 23. September 2018
Eröffnung: Samstag, den 25. August 2018, um 19:30 Uhr
Einführung: Frank Boehm, Stiftung Insel Hombroich
Finissage: Sonntag, den 23. September 2018 von 11 bis 14 Uhr

 


Foto: 46°31‘40.3“N 6°35‘42.5“E, 6.7.2018

In Karsten Födingers ersten Einzelausstellung in seiner Heimatstadt Mönchengladbach greift er die für ihn bei den Einwohnern oft so präsente melancholische Grundstimmung des „früher war alles besser“ auf, die sich durch alle Lebensbereiche zieht: Früher, als die Industrie noch florierte. Früher, als die Borussia noch um die Titel spielte. Früher, als die Leute noch aus Düsseldorf kamen um in Gladbach aus- oder einkaufen zu gehen. Früher, als im Museum noch die Post abging.

Die Abwanderung industrieller Produktion, das Abdrängen physischer Arbeit aus dem Stadt- und Blickfeld, das Verschwinden der Arbeiterklasse und die Umnutzung der entstandenen Leer- und Freiräume sind sichtbare Symptome des Strukturwandels, der auch in diesen Äußerungen wiederhallt.

So bezieht sich auch der Titel der Ausstellung Geroplastik auf den Namen des kunststoffverarbeitenden Betriebs, dessen ehemalige Räume der Kunstverein heute nutzt und in dem Karsten Födingers Vater von 1968 — 1983 gearbeitet hat.

In diesen Räumen erschließt sich Karsten Födinger mit seinen zwischen Architektur und Skulptur angesiedelten Arbeiten einen Übergangsraum. Die von ihm eingebrachten Materialien verbindet er mit der Architektur. Ein intensiver Abarbeitungsprozess mit offenem Ausgang wird eingeleitet.

Ausgangspunkt ist dabei das persönliche Erinnern. Der eigene bildhauerische Prozess wird dabei auch in Bezug zu dem für ihn sinnbildlichen Einschnitt der Landschaftsabtragung durch den Tagebau in Garzweiler gesetzt. Ein nach seinem Verständnis radikaler bildhauerischer Eingriff — ein Stück postindustrieller Land Art.

Karsten Födinger agiert im Spannungsfeld zwischen dem Ort der Werkentstehung und den von ihm eingebrachten Materialien, um beide zu einem großen Ganzen zu verbinden. Somit wird der gesamte Ort zur Skulptur. Er begreift Architektur als einen Ruhemoment in einem fortlaufenden Prozess zwischen Stabilität und Fragilität. In der bildhauerischen Untersuchung dieser Aspekte legt er elementare Kräfte und Gesetze, unter denen unsere Welt existiert, offen.

Er wurde 1978 in Mönchengladbach geboren und lebt und arbeitet inzwischen in Berlin. Er hat an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe bei den Professoren Günter Umberg und Meuser studiert, dessen Meisterschüler er 2009 war.

Institutionelle Einzelausstellungen waren Graue Energie, Archizoom EPFL, Lausanne (2017), Schweiz, Ultramarin — 14. Baloise Art Prize, Hamburger Kunsthalle, Hamburg (2013), Void, KIOSK, Ghent, Belgien (2012), C30/37; XD1, XF2, Kunsthalle Sankt Gallen, Schweiz (2012) und Cantilever, Palais de Tokyo, Paris (2011).

2012 wurde er auf der Art 43 Basel Statements mit dem Baloise Kunst-Preis ausgezeichnet und war Stipendiat der Stiftung Kunstfonds und der Kunststiftung Baden-Württemberg.

 

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Eva Leonie Fegers, Alina Loewenich, Stefan Tokár, Luca Anna Várhelyi

Unquiet Thoughts

Englische Consortmusik der Elisabethanischen Zeit

Mittwoch, 25. Juli 2018 ab 19:30 Uhr
 

 

Eva Leonie Fegers wurde 1987 in Mönchengladbach, Deutschland, geboren. Sie studierte Blockflöte Konzertfach und Instrumental-, Gesangspädagogik bei Dorothee Oberlinger an der Universität Mozarteum Salzburg. Beide Studiengänge, wie auch das Schwerpunktfach Gesang, beendete sie mit Bestnoten. Nach Studien bei Bart Coen und Bart Spanhove an der LUCA School of Arts, Leuven, absolvierte sie ein Diplomstudium im Konzertfach Blockflöte bei Carsten Eckert an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, das sie ebenfalls mit Auszeichnung abschloss. An der MdW erhielt sie zudem Traversflötenunterricht bei Gertraud Wimmer. Eva Leonie Fegers ist vielfache Preisträgerin bei verschiedenen Wettbewerben. Sie gewann den international bedeutenden Wettbewerb Moeck/SRP Solo Recorder Playing Competition, 2014 wurde sie beim 15. Internationalen Musikwettbewerb OSAKA mit dem 3. Platz und einem Förderungspreis ausgezeichnet. Zusätzlich wurden ihr Förderpreise der Nordrheinwestfälischen Sparkassen, der Senioren-Union NRW, der Manfred Vetter-Stiftung sowie der Zonta Musikpreis und Publikumspreise zuerkannt. Sie ist Mitglied der Talentbörse des österreichischen Rundfunks Ö1. Eva Leonie Fegers ist Mitglied in verschiedenen Kammermusikensembles für Neue und Alte Musik und beschäftigt sich mit interdisziplinären Performances. Als Solistin konzertierte sie mit Ensembles wie der Hofkapelle München, dem Ensemble 1700, dem La Folia Barockorchester und dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich. Eva Leonie Fegers Blockflöte an der Johann Sebastian Bach Musikschule Wien.

Alina Loewenich wurde 1990 in Troisdorf, Deutschland geboren. 2015 begann Alina Loewenich ihr Diplomstudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Prof. Carsten Eckert im Konzertfach Blockflöte. Zuvor absolvierte sie den Bachelor of Music (Klasse Prof. Ursula Schmidt-Laukamp) an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, wo sie ihre künstlerische Ausbildung durch die Studiengänge Instrumentalpädagogik und Elementare Musikpädagogik ergänzte. Wichtige musikalische Impulse erhielt sie im Unterricht und in Meisterkursen bei Dorothee Oberlinger, Maurice Steger, Walter van Hauwe, Giovanni Antonini, Kristian Bezuidenhout und weiteren Spezialisten für Alte Musik. Als Stipendiatin der Carl Richard Dörken Stiftung trat sie als Solistin mit der Französischen Kammerphilharmonie und dem Folkwang Kammerorchester Essen auf. Desweiteren konzertierte Alina auf zahlreichen Festivals wie dem Kölner Fest für Alte Musik des ZAMUS, dem Festival Utrecht, usw. und war Gast beim Radiosender WDR 3 in der Sendung „Tonart“. Kammermusikalisch arbeitet sie als Gründungsmitglied in mehreren Ensembles für Alte und Neue Musik.

Luca Anna Várhelyi wurde 1994 in Sopron (Ungarn) geboren. Ihre musikalische Ausbildung begann sie mit 8 Jahren in der J. Haydn Musikschule in Fertőd. In diesen 6 Jahren, die sie in der Musikschule verbrachte, nahm sie an unterschiedlichen Wettberwerben in Ungarn teil, als Solistin und Kammermusikspielerin. Sie setzte ihre Ausbildung im Jahr 2009 an die Fachmittelschule für Musik und darstellende Kunst der Stadt Szombathely (Ungarn) und im Jahr 2013 an die Universität für Musik und darstellene Kunst in Wien fort. Sie studiert derzeit an der mdw bei Prof. Carsten Eckert. Luca Anna Várhelyi nimmt regelmäβig an Masterclasses und Kursen teil, wo sie von weltberühmten Künstlern und Professoren lernen darf, wie Walter van Hauwe, Kees Boeke, Erik Bosgraaf, Anneke Boeke, Anna Januj, Han Tol, Lorenzo Cavasanti.Sie konzertiert als Solistin sowie als Kammermusikerin; The Theatre of the Ears (künstl. Leitung Carsten Eckert), Capella Savaria (künstl. Leitung: Zsolt Kalló).

Stefan Tokár, geboren 1994 in Nove Zamky (Slowakei), begann seine musikalische Ausbildung am Konservatorium in Bratislava, die er im Juni 2013 in den Fächern Blockflöte und Fagott erfolgreich abschloss. Zeitgleich besuchte er mehrere Meisterkurse (u.a. MEMA- Middle European Music Academy, International Sommer School of Valtice). Als Kammermusiker und Solist arbeitete er mit Capella Istropolitana, Ensemble Spectrum, Coure Barocco und der Slovak National Philharmonie zusammen. Seit 2014 studiert er Blockflöte in der Klasse von Professor Carsten Eckert an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

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BURN IT!

Ausstellung im Kunstverein MMIII Mönchengladbach
Ausstellungsdauer:
17. Juni bis 15. Juli 2018
Eröffnung: Samstag, den 16. Juni 2018, um 19:30 Uhr
Einführung: Wilko Austermann, Kurator der Ausstellung
Finissage: Sonntag, den 15. Juli 2018 von 11 bis 14 Uhr

 

 
Abbildung: Matteo Lucca, Uomo di pane, 2015, Foto: Matteo Perini


Die Ausstellung Burn it! zeigt acht Künstler, die mit dem Element Feuer Kunstwerke entwickeln. Die Auswahl von verschiedenen künstlerischen Positionen soll den vielschichtigen Umgang mit Feuer innerhalb der Kunst an drei Orten zeigen: im MMIII Kunstverein Mönchengladbach, Krefelder Kunstverein und im Weltkunstzimmer in Düsseldorf. Alle teilnehmenden Künstler präsentieren unterschiedliche Werke an den drei Orten, die die Ausstellungsorte in Zusammenhang bringen und sich inhaltlich aufeinander beziehen.

Anna Betbeze (geb. 1980) hat an der Yale Universität studiert. Die Künstlerin behandelt eingefärbte Teppiche körperlich mit glühenden Kohlen. Die verbrannten Stellen bilden einen Kontrast zu der bunten Oberfläche. Häufig präsentiert Anna Betbeze verkohlte Objekte auch auf die Textilien und bildet daraus Installationen. http://markusluettgen.de/anna-betbeze

Gereon Krebber (geb. 1973 in Oberhausen) hat an der Kunstakademie Düsseldorf bei Tony Cragg studiert. Er konstruiert aus verbrannten Holzfragmenten architektonische Gebilde, die begehbar sind. Die Holzplatten grenzen ab, eröffnen jedoch auch ein Blick ins Innere der Konstruktion. Der Geruch des verbrannten Holzes umhüllt den Betrachter und erweckt verschiedene Assoziationen. Für die Ausstellung zeigt Krebber neue Arbeiten. http://www.gereonkrebber.net

Lennart Lahuis (geb. 1986) hat am Artez Institute of the Arts in Zwolle studiert. Nach einem Aufenthalt in Weimar begann Lahuis sich mit der Restaurierung von verbrannten Fotografien zu beschäftigen. Er sucht nach politisch interpretierbaren Fotografien, die er mit Feuer bearbeitet. Die zerstörte Aufnahme setzt der Künstler feingliedrig auf Papier wieder zusammen. Die Zerbrechlichkeit der Fotografie spiegelt sich im Motiv wieder. http://durstbrittmayhew.com/artists/lennart-lahuis

Matteo Lucca hat an der Accademia di Belle Arti di Bologna studiert. Er verwendet in seinen bildhauerischen Arbeiten untypische Materialien, wie Brot und Kleidung. Lucca backt aus Brotteig lebensgroße Figuren. Diese Brotplastiken bestechen durch ihre zerklüftete Oberflächenstruktur und den Spuren des Feuers. Die Plastiken erinnern an Mumien und den Leib Christi. Maren Maurer hat an der Kunstakademie Düsseldorf bei Rosemarie Trockel studiert.

Maren Maurer beschäftigt sich akribisch mit der Historie und Ausführung von Yoga. Diese altertümliche Meditationspraxis erfährt eine Renaissance und wird zunehmend wichtig für die Sportwirtschaft. Fitnesstudios und Diäten dienen zur Einhaltung des schlanken Schönheitsideals unserer Zeit. Fett verbrennen spielt dabei eine wichtige Rolle. Maurer greift als Bildhauerin diese Sportform auf und visualisiert metaphorisch durch eine aus Wax modellierte Yoga Matte und deren Abbrennung den sehnsuchtsvollen Wunsch der Kalorienverbrennung. http://www.marenmaurer.com

Michael Sailstorfer (geb. 1979) hat an der Akademie der Bildendenden Künste in München bei Olaf Metzel studiert. Kreisläufe und Prozesse treten in seinen Werken häufig auf. Dabei verbindet Sailstorfer das Element Feuer mit seinen Skulpturen und Videos. Für Burn it hat der Künstler neue Arbeit mit brennenden Motoren entwickelt. http://sailstorfer.de

Christian Seidler (geb. 1985 in Leverkusen) hat an der Kunstakademie Düsseldorf bei Herbert Brandl studiert. Christian Seidler kreiert seine Bilder durch unterschiedliche Formen der Verbrennung. Während der Akademiezeit schuf er Pollockartige All Over Kompositionen mit Feuer auf Leinwand. Der Künstler experimentiert bei seinem Malprozess mit verschiedenen Materialien, die neue Formen hervorbringen und mit der Wahrnehmung des Betrachters spielen. http://www.christian-seidler-kunst.de

Thomas Wachholz hat an der Kunstakademie Düsseldorf bei Marcel Odenbach und Katharina Grosse studiert und interessiert sich für das mechanische Auftragen von Dingen im Alltag. Plakatieren von Wandfl ächen und das Entzünden von Streichhölzern. Die Partizipation spielt bei Thomas Wachholz häufig eine Rolle, sodass der Betrachter selbst mit Streichhölzern eine Zeichnung auf der Oberfläche hinterlassen kann. http://www.thomaswachholz.com

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UNTERWEGS

Ausstellungsdauer: 17. März bis 22. April 2018
Eröffnung: Samstag, den 17. März 2018, um 19:30 Uhr
Einführung: Ulrich Wellmann, Köln
Finissage: Sonntag, den 22. April 2018 von 11 bis 14 Uhr

 


Foto: Frederic Iovino, Pascal Pesez „Unterwegs“, Öl auf Leinwand, 200x234 cm, 2017 (Detail)

Pascal Pesez (geb. 1964) lebt und arbeitet in Valenciennes, einer französischen Kleinstadt nahe der belgischen Grenze. Im MMIII Kunstverein werden auf den zwei 16 m langen Wänden etwa 8 große Bilder (200x250 cm), sowie Zeichnungen gezeigt, die im letzten Jahr entstanden sind. Pascal Pesez ist Maler, Dichter und Performer. Ausgehend von einer anfänglichen Aufführung, in der er sich nackt der Sorge um eine beunruhigende Gegenwart aussetzte, beschäftigt er sich in seinen abstrakten Gemälden, verfolgt von einer hypothetischen inneren Figur, mit der „inneren Frage“. Dabei bekennt er sich als Maler explizit zur traditionell auf Keilrahmen aufgespannten Leinwand, deren weiße Grundierung er in einem langen Prozeß mit einem flüssigen Netzwerk skripturaler, sich überlagernder Gesten „beackert“. Der Ausstellungstitel „Unterwegs“ verweist auf Bewegung, Umstellung, Verwandlung, Verlassenheit. Die Bilder offenbaren kumulierende Schichten von Empfindungen und Wahrnehmungen, Enthüllungen und Verhüllungen, getrieben vom impulsiven Wunsch, die zentralen Fragen des Lebens offen zu legen. Mit Freude überwindet Pascal Pesez spielerisch die Brüche und die ausweglosen Auseinandersetzungen zwischen figurativer und abstrakter Kunst. Er wählt einen eigenständigen Weg, ohne sich an die kunstgeschichtliche Tradition binden zu wollen. Durch das Auslöschen der Grenze zwischen Innen- und Aussenwelt möchte Pesez das Streben der Romantik wiederbeleben, welches Gefühlsregungen und Wahrnehmungen, Seelen- und Wetterlagen, Körper und Landschaft durch das Zusammenspiel intimer Verhältnisse organisch verbinden. Diese Bilder sind scheinbar vorläufige, poetische Ergebnisse einer Choreografie der Gesten, gesteigert zu einer fragilen Brillanz. „Diese manifeste Malerei informiert uns über uns und unsere Beziehung zur Welt.“ (Karim Ghaddab)

 

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