#reflect

Ausstellungsdauer: 25. Mai bis 8. September 2013
Eröffnung: Samstag, den 25. Mai 2013 um 19.30 Uhr
Einführung: Dr. Petra Oelschlägel, Städt. Galerie Villa Zanders Bergisch-Gladbach
Pressekonferenz: Donnerstag, den 23. Mai 2013 um 13.00 Uhr
Finissage: Sonntag, den 8. September 2013, 11.00 bis 14.00 Uhr

 

Die Ausstellung im Kunstverein MMIII in Mönchengladbach, wird von zwei Malern bestritten, die sich auf unterschiedliche Weise mit Farbe, ihrer Substanz und räumlichen Wirkung auseinandersetzen. Der Titel #reflect verweist auf eine grundlegende Eigenschaft der Farbe, die uns meist nicht bewusst ist: Farbe ist nichts weiter als reflektiertes Licht. Deshalb verändert auch die Art der Oberfläche, das spezifische Oberflächenlicht, die Farbwahrnehmung und nimmt in ihrer Steigerung als Spiegelfläche den umgebenden Raum, wie auch den Betrachter, auf. #reflect verweist auch auf die Schreibweise des HTML-Codes, bei dem im Hexadezimal ein Farbwert angegeben wird. Nur würde der Wert #reflect auf dem Display keine Wirkung entfalten, da dieser nur im Analogen, zwischen Betrachter und Objekt wahrnehmbar ist.

Rainer Splitt führt im unteren Bereich einen raumgreifenden Farbguss aus, der als unbetretbare Fläche von den Besuchern umlaufen werden muss. Die zähfließende 2-komponentige Polyurethanfarbe wird auf dem Galerieboden ausgegossen und ergibt eine erstarrte, raumgreifende und hochglänzende Farblache. Die organische Form resultiert aus Konsistenz, Bodenneigung und Schüttgeschwindigkeit. Die Farbe malt sich selbst. Je nach Betrachterstandpunkt zeigt sich das Kolorit oder die eingespiegelte Umgebung. Der Fußboden, gleichzeitig Bildgrund und Umgebungswirklichkeit, wird zum ‚Bild‘: zum Abbild, reflektierenden Spiegel oder monumentalen Farbmasse.

Auf der Hauptwand der Galerieempore installiert Raymund Kaiser eine 3x14m große ‚Fläche‘, die sich aus 60 verspiegelten Tafeln zusammensetzt. Auf diesen Tafeln legt Kaiser mit einem Silber-Lackmarker individuell schraffierte Flächenformen an, welche die einzelnen Tafeln aber nicht vollständig bedecken. In den ‚Leerstellen‘ spiegelt sich der umgebende Ausstellungsraum. Die schraffierten Flächenformen summieren sich zu mehr oder weniger zusammenhängenden, bildhaften Formen, die gleichsam in der Spiegelfläche zu schweben scheinen.

In den Arbeiten beider Künstler wird die Frage nach der Position und Verortung des Betrachters gestellt. Die scheinbare Einbeziehung des Betrachters durch die Spiegelung und die provozierte Bewegung vor den Installationen, lassen den Betrachter letztlich doch außerhalb des Objekts stehen. Trotz der räumlichen Nähe bleibt die Distanz zum Objekt bestehen. Der Spiegel trennt den Betrachter vom Gespiegelten.